Du hast schon den Verdacht, du könntest im Spektrum sein? Du möchtest dich etwas konkreter einordnen können? Es gibt inzwischen ganz gute kostenlose Selbst-Tests, die ich dir hier verlinke. Was du vorab dennoch bedenken solltest, bevor du in den Kaninchentunnel der Selbstanalyse fälltst:
Alle Tests hab ich übrigens für euch „getestet“ – um auszuschließen, dass ich euch Mist empfehle und am Ende nur Testergebnisse zum Preis eurer persönlichen Daten möglich sind oder ähnliches Fishing.
Pros Selbst-Tests:
- Niedrige Zugangshürde: Kostenlose Tests sind jederzeit verfügbar und erfordern weder Überweisung noch Wartezeit, was besonders bei langen Terminfristen im Gesundheitssystem attraktiv ist.
- Erste Orientierung: Sie können dabei helfen, eigene Erfahrungen zu strukturieren und mögliche Muster in Aufmerksamkeit, Impulsivität, Reizverarbeitung oder sozialer Interaktion zu erkennen. Du wirst bestimmt Eigenschaften erkennen, die auf Grund deines begrenzten Blicks (du kennst ja nur DEINE Art zu denken/fühlen ect.) niemals selbst dem Spektrum zugeordnet hättest. Oder die du fällst durch gängige Diagnosemethoden, auf Grund deiner Überangepasstheit, Masking- und Fawning-Strategien. Wenn du das weißt, kannst du dich Fachpersonen besser transparent machen und die Diagnostik ermöglichen, statt unbewusst boykottieren.
- Entstigmatisierung: Für viele Menschen ist ein anonymer Selbsttest ein erster, angstfreier Schritt, sich mit ADHS oder ASS auseinanderzusetzen.
- Vorbereitung auf Fachgespräche: Die Ergebnisse können als Gesprächsgrundlage dienen, um Symptome konkreter zu beschreiben, wenn später ein Termin bei Fachpersonal stattfindet.
- Nützlich bei Selbstreflexion: Gut gemachte Tests regen dazu an, das eigene Verhalten über verschiedene Lebensbereiche und Zeiträume hinweg zu reflektieren.
Kontra Selbst-Tests
- Keine Diagnosen: Selbsttests können keine klinische Diagnose ersetzen, da sie keine differenzierte Anamnese, Fremdbeurteilung oder Entwicklungsgeschichte berücksichtigen.
- Hohe Fehlinterpretationsgefahr: Viele Symptome überschneiden sich mit Stress, Depression, Angststörungen, Trauma oder Schlafmangel, was zu falschen Schlussfolgerungen führen kann.
- Qualitätsunterschiede: Nicht alle Tests basieren auf wissenschaftlich validierten Fragebögen; manche sind stark vereinfacht oder suggestiv formuliert.
- Kontext fehlt: Online‑Tests erfassen meist nicht, seit wann Symptome bestehen oder ob sie situationsabhängig sind, was für ADHS und ASS zentral ist.
- Selbstverstärkung von Sorgen: Ein auffälliges Ergebnis kann verunsichern oder zu einer vorschnellen Selbstzuschreibung führen, ohne professionelle Einordnung.
- Bias durch Selbstauskunft: Antworten hängen stark von Selbstwahrnehmung, aktueller Stimmung und Vergleichsmaßstäben ab, was die Aussagekraft begrenzt.
Links
Ich habe mir Mühe gegeben zu vielen Bereichen der ND (Neurodiversität) etwas zu finden. Fehlt dir was? Ich freue mich auf deine Nachricht.
P.S. Mir war wichtig, dass auch Neurodiversitäten der Persönlichkeits-Typen Narzissmus und Dissozialität auftauchen, denn mir ist aufgefallen, dass viele Menschen aus dem AS-Spektrum sich fälschlicherweise diesen zugehörig finden. Meistens, weil sie Gaslighting und psychischen Missbrauch erlebt haben und sich selbst nicht mehr trauen.
Du findest dich bei allen Bereichen wieder. Tja – das kann sein. Neurodiversität wird nach dem Neurodiversitätsparadigma als übergreifendes Spektrum begriffen. D.h. eine Neurodivergenz kommt selten allein und du kannst durchaus zu verschiedenen Bereichen gehören. Bei einigen Neurodiversitäten wie der „Hochsensibilität“ ist wissenschaftlich eh unklar, ob sie als eigenständige Diagnose oder als Symptom zu werten ist. Bei Dyskalkulie und Legasthenie ist dies ebenso, da im Hintergrund oft noch ein ADHS oder ASS steht.




LRS/Legasthenie

Dyskakulie/Rechenschwäche




Dissoziale Persönlichkeit